Hindenburgdamm nach Sylt wird künftig Syltdamm genannt

Gemeinde Sylt distanziert sich von dem belasteten Namen

Das hundertjährige Jubiläum der Eisenbahnstrecke zwischen Sylt und dem Festland steht bevor: Zum Start der Feierlichkeiten hat sich die Gemeinde Sylt entschieden, den Namen „Hindenburgdamm“ nicht mehr zu benutzen. Somit ist der Name „Hindenburg“ in den letzten Jahren nicht nur bei zahlreichen Straßen in deutschen Städten, sondern auch bei dem bekannten Eisenbahndamm gestrichen. Paul von Hindenburg, der Wegbereiter Hitlers, gilt als historisch belastet – und gerade in den Zeiten des erstarkenden Rechtsextremismus distanzieren sich Städte und Gemeinden davon und stärken das Geschichtsbewusstsein der Menschen.

 

Copyright: Deutsche Bahn AG / Dirk Wittmann

Die schmale Landverbindung nach Sylt wird in der offiziellen Kommunikation der Gemeinde zukünftig den Namen Syltdamm tragen. Laut einem Bericht des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (SHZ) hat man sich dazu entschieden, um bei den bevorstehenden Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Damms den belasteten Namen nicht mehr zu nutzen.

Das Bauwerk wurde am 1. Juni 1927 eingeweiht – vom damaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Dessen historische Rolle wird mittlerweile immer stärker kritisch hinterfragt, vor allem bei der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Im ganzen Land gab es in den vergangenen Jahren Umbenennungen.

Die Bahnverbindung ist so etwas wie die Lebensader der Nordsee-Insel. Eine Straße dorthin gibt es nicht. Fahrzeuge werden mit Autozügen nach Sylt gebracht. Darüber hinaus gibt es Fähr- und Flugverbindungen. Der Name „Hindenburgdamm“ ist dem Volksmund entsprungen. Bei der Deutschen Bahn wird das Bauwerk offiziell lediglich unter der Nummer 2010 geführt.

In dieser Presseschau sind Artikel unterschiedlichster Medien – von BILD bis zum SPIEGEL – zusammengestellt.

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