Tag des Gedenkens an die Opfer des Faschismus in Bad Reichenhall

Eindrückliches Erinnern und Aufruf zu Zivilcourage gegen die heutigen rechtsextremistischen Bedrohungen

Am 13. September hat unsere lokale Gruppe in Bad Reichenhall mit einem Gedenktag an die Opfer faschistischer Gewaltherrschaft ein klares Zeichen gesetzt: Etwa 100 Besucher*innen haben den Reden und Liedern gelauscht, die sich mit den Gräueln der Vergangenheit und den Bedrohungen durch den Rechtsextremismus in der heutigen Zeit beschäftigten.

Couragiertes Grußwort des Oberbürgermeisters

Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung räumte in seinem Grußwort offen ein, dass er als Christsozialer und Konservativer lange darüber nachgedacht habe, ob er die Einladung unseres Vereins annehmen sollte, sprach aber dann ein klares Statement aus: „Ich bin für die Unantastbarkeit der Menschenwürde, ich bin gegen den Faschismus und darum heute hier!“

Ein Vortrag der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist*innen“ – geschrieben von Christian Viefhaus und vorgetragen von Johanna Roider – beschrieb mehrere Schicksale von Verfolgten aus der Region, die deutlich machten, dass sich der nationalsozialistische Terror auch hier viele Menschen betraf und deren Leben zerstörte oder gar auslöschte. Die Anwesenden zeigten sich sehr interessiert an den ausgestellten Dokumentationen über Opfer aus der Region – und reagierten teilweise sichtlich erschüttert.

Nazi-Symbole und Aufmärsche auch in unserer Region

Georgina van Unen, Sprecherin unserer lokalen Gruppe in Bad Reichenhall, berichtete von 2.700 Personen, die in Bayern als rechtsextremistische Gefährder eingestuft sind, darunter etwa 620 Neonazis. In der Region, vor allem in der Nähe des Führersperrgebiets am Obersalzberg, tauchen immer wieder aufgemalte oder eingeritzte Nazi-Symbole auf, treten Gruppen auf, die dem rechtsextremen Gedankengut huldigen. Sie rief zu Zivilcourage auf: „Grundrechte und Menschenwürde sind der kleinste gemeinsame Nenner der Gesellschaft und dies sollten täglich verteidigt werden!“

Lieder unseres ersten Vorsitzenden Michael Raufer und von der Teisendorfer Sängerin Kristina Rothbucher (begleitet von Erich Ruf auf der Gitarre) untermalten die Veranstaltung musikalisch. Ein Grußwort der SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Bärbel Kofler, vorgetragen von Susanne Aicher, xx, rundeten die Veranstaltung ebenso ab wie Texte und Gedichte, die unsere zweite Vorsitzende Dr. Silvia Nöger, ebenfalls Sprecherin der lokalen Gruppe Bad Reichenhall, zwischendurch vortrug. Die Veranstaltung endete mit einer Schweigeminute für die Opfer des Faschismus.

Zum Nachlesen: Grußwort von Oberbürgermeister Dr. Christopher Lung

Rede des VVN – Bund der Antifaschistinnen

Rede von Georgina van Unen

Auf der Veranstaltung vorgetragene Gedichte und Texte, die sich mit den Gräueln des Nationalsozialismus und des Rechtsextremismus in der heutigen Zeit auseinandersetzen

Artikel im Reichenhaller Tagblatt über die Veranstaltung

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